Tapetenwechsel auf Gips wänden

By | Juli 15, 2015

Schon bei der reinen Vorstellung graust es einen: Tapeten von Gipskartonplatten kratzen! Wir sagen, wie das funktioniert – und wie auf keinen Fall!

Wände in Trockenbauweise erstellen – also mit Gipskarton- oder Gipsfaserplatten -, gehört mittlerweile zum erweiterten Selbermachen-Repertoire jedes Hausbesitzers. Der große Vorteil beider Plattenarten ist es, dass Sie sehr schnell einen ideale Untergrund für die nachfolgende Wandbekleidung wie Fliesen, Farbe, Putz oder Tapete schaffen können. Etwas anders sieht es aus, wenn Sie später den Belag wechseln wollen. Das gilt besonders für die Kombination von Tapete und Gipskartonplatte. Das Problem: Um die Tapete gut entfernen zu können, müssen Sie die Oberfläche regelrecht aufreißen und mit kräftigem Wässern den Tapetenkleister dahinter anlösen. Genau das funktioniert bei den feuchteempfindlichen Karton-und Gipskomponenten eben nicht. Unser Tipp ist deshalb, die Oberfläche statt mit der Tigerkralle mit 80er-Schleifpapier aufzurauen und statt zu wässern das Wasser mit der Sprühflasche zu dosieren. Nach einer kurzen Einwirkzeit (eine Minute) lassen sich alle Tapetenarten, wenn auch nicht in einem Stück, so doch recht gut und zügig abziehen. Eventuelle Fehl- oder Schadstellen in der Kartonoberfläche können Sie vor dem nächsten Tapezieren mit Gipsmasse ausbessern.

Bei den Gipsfaserplatten sieht das alles wesentlich besser aus. Der Einsatz einer Tigerkralle zum Perforieren der Tapete ist hier zwar möglich, aber selten nötig. Alle Tapetenarten können Sie von grundierten und ungrundierten Gipsfaserplatten gut abziehen.

GIPSKARTON- VS. GIPSFASERPLATTE
Grundsätzlich bekommen Sie nach unseren Erfahrungen und Tests jede Tapetenart von Gipsfaserplatten besser wieder runter als von Gipskartonplatten. Das hängt damit zusammen, dass die Gipsfaserplatten schon von Haus aus mit einer Grundierung versehen sind, die Eindringtiefe des Kleisters dadurch also begrenzt ist. Zudem ist die Oberflächenstruktur des faserarmierten Gipses etwas dichter und härter als Karton, die Tapete lässt sich deshalb leichter vom Untergrund trennen. Gipsfaserplatten haben beim Einbauen allerdings den Nachteil, dass die Fugen sehr sorgfältig und plan verspachtelt werden müssen, weil sie nach dem Trocknen nicht geschliffen werden dürfen. Einfacher ist es deshalb, die Fugen zu kleben.

GRUNDIERUNG -WIRKLICH NÖTIG?
Grundsätzlich gilt vor jedem Tapezieren: Mit einer guten Grundierung der Wand können Sie sich bei einem späteren Tapetenwechsel sehr viel Zeit und Ärger ersparen. Gipskartonplatten müssen grundiert werden, bei Gipsfaserplatten hilft es, ist aber nicht zwingend nötig. Da Sie die Gipskartonplatten sowieso mit einem Tiefgrund behandeln müssen, um das unterschiedliche Saugverhalten von Karton und Fugenmasse anzugleichen, können Sie auch gleich auf einen Tapezier- oder Tapetenwechselgrund zurückgreifen (Bild oben). Da ist der Tiefgrund gleich mit drin.

 

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