MDF-Platte: So wird sie verarbeitet

By | August 11, 2015

In der Möbelindustrie ist sie schon lange Standard, jetzt wird die MDF-Platte auch zum Renner bei Seibermachern. Wir geben Verarbeitungshinweise.

Neben Massivholzplatten wie Leimholz, den aufwendig herzustellenden Tischlerplatten, teurem Sperrholz und den einfachen Spanplatten hat sich die MDF-Platte (Mitteldichte Faserplatte) einen festen Platz in der Werkstatt des Heimwerkers erobert. Der günstige Preis und die leichte Verarbeitung machen diese Platte so beliebt. Die meisten Baumärkte und Holzhandlungen haben sich darauf eingestellt und bieten dieses Material auch schon im Zuschnitt an. Die MDF-Platte ist ein reiner Holzwerkstoff. Für die Herstellung werden heimische Nadelhölzer zu feinsten Fasern zerspant und unter hohem Druck mit umweltfreundlichen Leimharzen zu Platten verpreßt. Der große Vorteil dieses Materials ist die fast gleiche Dichte an der Oberfläche und im Werkstoff selber. Kanten oder Fräsungen können wie die Flächen oberflächenbehandelt werden. Vorleimer, Umleimer oder ein besonderer Kantenschutz sind nicht erforderlich. MDF-Platte hat keine Faserrichtung und läßt sich sägen, fräsen und formen wie Massivholz. Wegen des relativ hohen Leimanteils sollten verwendete Elektrowerkzeuge hartmetallbestückt sein.

Das Material bleibt so, wie es ist

Massivholzplatten, Tischlerplatten und auch Sperrholz sind nicht immer maßhaltig und können ihre Form durch äußere Einflüsse verändern. Temperaturdifferenzen und Schwankungen der Luftfeuchtigkeit lassen das Holz schrumpfen oder wachsen. Die Platten können krumm werden, und massive Bretter können schüsseln. Beides recht unangenehme Eigenschaften, die manchen Seibermacher schon zur Verzweiflung gebracht haben.

MDF-Platten verhalten sich anders. Sie sind maßhaltig, daß bedeutet, eine mit 19 mm angegebene Platte ist auch 19 mm dick. Auch normale Schwankungen von Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit lassen die Platte unverändert. Leimfugen können nicht mehr aufplatzen, paßgenau zugearbeitete Teile behalten ihre Form.

Verleimungen von MDF-Teilen macht man, ob stumpf gegeneinander, mit Runddübeln oder mit Flachdübeln, mit Weißleim oder, wenn es schnell gehen soll, mit Expreßleim. Gepreßt wird wie beim Verarbeiten von Massivholz.

Fräsen, Sägen und Schleifen
Beim Bearbeiten des Materials mit E-Maschinen sollte man immer mit möglichst hoher Drehzahl arbeiten. Das hat aber einen Nachteil: die starke Staubentwicklung. Die feinen Holzfasern, die sich bei hohen Drehzahlen sauber abtragen lassen, entwickeln einen rauchfeinen Staub, der unbedingt sofort abgesaugt werden muß. Alle modernen Fräsen, Sägen und Schleifgeräte sind mit Absaugvorrichtungen ausgestattet. Gut ist auch ein Werkstatt-Staubsauger, im Notfall tut es ein kräftiger Haushaltssauger. Der feine Staub setzt Papierfilter relativ schnell zu, häufiges Reinigen oder Auswechseln ist also erforderlich. Der Vorteil der feinen, trockenen Späne ist, daß sich Schleifmittel nicht so schnell zusetzen wie bei anderen Holzwerkstoffen oder bei Massivholz. Es kann also schon für den Vorschliff ein Schleifmittel mit feinerem Korn eingesetzt werden. Stumpfe Fräser oder Sägeblätter sowie ein zu starker Vorschub führen schnell zu großen Reibungswiderständen zwischen Metall und Holz. Ergebnis: hohe Reibungswärme, die zu Brandspuren führen kann.

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