Holz stemmen: Arbeiten mit dem Beitel

By | August 11, 2015

Der Umgang mit Stemm-und Stecheisen gehört zur Grundausbildung eines jeden Tischlers und sollte auch von Seibermachern geübt werden, bevor das erste Werkstück entsteht.

Entgegen der allgemeinen Annahme sind Stemm- und Stecheisen (bzw. Beitel) nicht dasselbe. Stemmeisen haben ein rechteckiges Blatt und werden für gröbere Arbeiten eingesetzt. Der Tischler verwendet überwiegend Stecheisen. Deren Klinge ist an den Seiten angeschrägt. Dadurch erreichen sie auch spitze Ecken und können sich nicht so leicht festklemmen. Die Handhabung ist bei beiden die gleiche: Sie werden durch Hammerschläge in das Holz eingetrieben, durchtrennen dabei die Holzfasern und heben einen entsprechend starken Span ab.

Überblattung ausheben

Überblattungen dienen zur Versteifung von Kreuz- oder Eckverbindungen. Dafür müssen die Aussparungen über die gesamte Breite des Werkstückes quer zur Faser ausgehoben werden. Um ein Ausreißen zu verhindern, werden die seitlichen Schnitte der Aussparungen, die quer zur Faser verlaufen, mit der Feinsäge geschnitten und nur das dazwischenliegende Abfallholz schräge von außen zur Mitte mit dem Stecheisen ausgehoben. An beiden Teilen der Überblattung wird so die Hälfte der Materialstärke entfernt.

Zum Anriß hin arbeiten

Ob Schlitz, Nut oder Aussparung, als Grundregel gilt: Gestochen wird im Abfallholz, von der Mitte zum Anriß hin. Dabei wird die Schneide mit der Faser oder quer zur Faser geführt. Wird das Eisen gegen die Faser geführt, kann entweder das Holz ausreißen, oder das Eisen läuft aus der Spur. Die Späne sollten immer möglichst kurz abgestochen und Schicht für Schicht ausgehoben werden.

Zapfenverbindungen

Bei sachgerechter Ausführung sind Schlitz und Zapfen die stabilste Holzverbindung. Der Zapfen soll dabei nicht stärker als ein Drittel der Gesamtholzstärke sein und wird zuerst geschnitten. Bei durchgehenden Schlitzen kann der Zapfen etwas länger geschnitten und nach dem Trocknen des Leims bündig gehobelt werden. Der Schlitz muß so ausgestochen werden, daß der Zapfen stramm, aber ohne Gewalt eingeschoben werden kann. Ist der Schlitz zu eng, kann der Zapfen das Werkstück sprengen.

Leimdruck

Bei abgesetzten Zapfen, die nicht durch das gesamte Querholz reichen, kann dieses beim Verleimen der Verbindung durch den Leimdruck gesprengt werden. Um dies zu vermeiden, sollten alle Kanten des Zapfens leicht angefast werden. So kann der überschüssige Leim in den Ecken aufsteigen und aus dem Zapfenloch herausquellen. Überschüssigen Leim sofort entfernen.

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